Donnerstag, 12. Juni 2014

07062014 // S 01 XL // 1:14:52

frühzeit ein teppich aus tau hinter dem haus das du später kaum sehen wirst wenn du zum ersten mal das stundenbuch umblätterst verschwindet das regal der kommenden woche die zeiten werden blosse zahlen die inhalte buchstabenreihen die planungen können warten der frühling in seinen letzten zügen verneigt sich vor sich selbst das gras streckt sich und die hohen bäume verbünden sich dürftige lichtfasern auf den überwucherten wegen und der aufgebrochene schmerz verflüchtigt sich einmal bleibt die frage wohin dieser weg führt dessen einziges schild dein leben ist unbeschriebene weite noch nicht einmal ungefähr zu erfassen es ist besser wir warten nicht bis morgen zu unwägbar der flug der durchreisenden vögel gras streckt sich und die blüten weiten sich über den rand hinaus nie mehr wird der holunder in diesem jahr seinen duftenden schirm so ausweiten wie jetzt auch wenn die verlängerung beschwerlich ist lohnt es weiter zu gehen die beine sich selbst zu überlassen und in den tag hineinzulaufen der gerade begonnen hat in den tag hineinzulaufen der unsicher ist wie immer aber an dessen tür mir wieder der atem deines vergehenden schlafes winkt


Hermann Josef Schmitz

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen